FC Singen 04 e. V.
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Holper-Alarm bald auch für FC Bayern?
06.04.2011 - Julian Grundler

Holper-Alarm bald auch für FC Bayern?

Singen – Dieses Szenario scheint besorgniserregend: Der FC Singen schafft es tatsächlich, die Hauptrunde des Deutschen Fußball-Pokals zu erreichen, und der Gegner im Hohentwielstadion heißt FC Bayern München oder ein anderer Hochkaräter. Hatte Bayern-Präsident Uli Hoeneß schon beim letztjährigen DFB-Pokal-Halbfinale auf Schalke gewettert wie ein Rohrspatz, weil das Spielfeld mehr einem Rübenacker als einem Fußballplatz gleiche, könnte ihm wohl gänzlich der Kragen platzen – jedenfalls wenn der Rasen-Zustand im Hohentwielstadion so bleibt, wie er derzeit ist.Diesen Fall der Fälle hatte FC-Präsident Hans-Joachim König in einer Sitzung des Wirtschaftsbeirates im Beisein der Sponsoren schwarz gemalt.

Die holprige Spielbetrieb-Wirklichkeit des Rasens beschwor Trainer Bobo Maglov hervor. Sämtliche Gegner der Verbandsliga zeigten sich verwundert und verärgert, dass eine Stadt der Größe Singens derart katastrophale Rahmenbedingungen für ein Fußballspiel zu bieten habe. Dazu gehöre nicht nur das Spielfeld selbst, sondern auch Einrichtungen wie die vor mindestens 30 Jahren stehen gebliebenen Umkleidekabinen und sanitären Anlagen.

Mit der Angelegenheit wurde auch Singens OB Oliver Ehret konfrontiert. Der steht in der Zwickmühle. Einerseits unterstütze er die Bemühungen, dass der FC Singen in der Hohentwielstadt für Spitzenfußball stehe, wie das Schwenningen mit Eishockey als Vorzeigesportart oder Friedrichshafen mit Bundesliga-Volleyball vollführe. Anderseits weiß Ehret aber, dass auch der Breitensport mit unzähligen Vereinen in Singen eine hohe Bedeutung haben, die stark in gesellschaftliche Bereiche und Integration vieler Völkergruppen hineinmünde.

„Es gibt viele Äcker“, beschrieb Ehret die Tatsache, dass es in Singen weitere in schlechtem Zustand befindliche Fußballplätze gebe. Er verweist auf einen Sportentwicklungsplan, den nach Auftrag der Stadt Fachleute erstellen sollen. Dabei würden auch die Fußball- und anderen Sportplätze auf den Prüfstand gestellt. „Eine Kooperation zwischen Vereinen ist denkbar, so dass Fußballplätze zentralisiert werden könnten“, so Ehret.

„Grundproblem des Hohentwiel-Stadion-Rasens ist, dass es sich um einen Naturplatz handelt“, sagte FC-Vorsitzender Roland Grundler. Er bescheinigte der Stadt, dass viel für die die Pflege getan werde. Genauso würdigte er den Bau eines 750 000 Euro teuren Kunstrasens. „Der Naturrasen im Hohentwielstadion hat keinen Aufbau wie andere Spielfelder mit Kies und Drainage“, berichtet Bernd Walz vom Sport- und Bäderamt auf Nachfrage. Derartige Plätze erholten sich schnell nach dem Frühjahr, wo das Gras erst wachse. Nach einer intensiven Pflege, die er jeweils nach der Saison erhalte, werde der Platz im August, also dem möglichen Pokaltermin, in einem vergleichweise guten Zustand sein, ist Walz überzeugt.

Verständnis hat Hans-Joachim König, dass die Stadt nicht als Schnellmaßnahme um die 100 000 Euro bezahlen kann, um das Spielfeld vollkommen zu erneuern. Lieber ist ihm eine komplette Lösung in einigen Jahren, die durch das Verschieben des Spielfeldes zur Tribüne ein neues reines Fußballstadion bieten könnte. Dagegen haben aber auch einige ältere Hobby-Sportler etwas, die auf der Leichtathletik-Bahn, die dann wegfallen würde, ihre Runden drehen.

Integration ist dem FC Singen ein wichtiges Anliegen. Sowohl in Jugend- als auch in Aktivmannschaften sind um die 20 Nationen vereint. Der Verein befinde sich auf einem guten Weg, wie Walter Meinlschmidt, langjähriger Vorsitzender der TSG Balingen, als Gastredner bescheinigte. Auf junge Talente und einen Trainer setzen, die sich mit den Belangen des Vereins identifizierten, das habe auch beim TSG Balingen als Oberligisten zum Erfolg geführt. Zu einem finanziellen Volltreffer könne die DFB-Pokal-Teilnahme werden, so Meinlschmidt. „Mit Fernsehgeldern, Zuschauern und guter Vermarktung sind so um die 200 000 drin“, so Meinlschmidt. „Das wird erstmal ein schweres Halbfinale im Südbaden-Pokal“, gibt sich dagegen Bobo Maglov noch betont vorsichtig.


Quelle:Suedkurier


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