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FC Singen: Weichen führen zur Oberliga
10.12.2011 - Julian Grundler

FC Singen: Weichen führen zur Oberliga

Das Gefühl dürfte jedem bekannt sein, der irgendwann einmal vor einer ungewissen und nur bedingt selbst zu beeinflussenden Zukunft stand. Kommt der Zug zu spät, muss ich ein Taxi nehmen. Das wird teurer und ich bin womöglich zu spät bei meinem Termin. Äußere Faktoren spielen eine nicht unerhebliche Rolle in den Planungen. So wie derzeit in verstärktem Maße beim FC Singen.

Die erste Mannschaft des Traditionsvereins geht als Spitzenreiter der Verbandsliga, Südbadens höchster Spielklasse, in die Winterpause – vier Punkte vor dem engsten Verfolger Oberachern. Sollte die Mannschaft von Trainer Slobodan Maglov diesen Vorsprung bis zum Ende der Saison halten können, stünde der Aufstieg in die Oberliga fest, als Zweiter immerhin noch die Teilnahme an einer Aufstiegsrunde mit zwei Gegnern. Ab Platz drei wäre der FC auch 2012/2013 in der Verbandsliga.

Die Crux bei der Sache: Die Verantwortlichen müssen zweigleisig planen, sowohl für die Verbands- als auch für die Oberliga. Der Unterschied lässt sich leicht an Zahlen festmachen: Im Falle eines Aufstiegs würde sich der Etat locker verdreifachen. „Dann müssten wir mit gut 200 000 Euro kalkulieren“, erklärt Präsident Hans-Joachim König. In der Verbandsliga schluckt der Kader gut 65 000 Euro pro Jahr. Fahrtkosten von daheim zum Training und zu den Spielen, Ausrüstung, Bälle, Trainingsmittel sowie ein Salär für die Spieler – alles Faktoren, die in Baden-Württembergs höchster Spielklasse spürbar anwachsen würden. Der Kader müsste angereichert werden mit Spielern, die bereits Oberliganiveau

Denn eines ist klar: Der FC möchte nicht gleich wieder absteigen. Langfristig soll die Oberliga eine Zwischenstation in noch höhere Sphären darstellen. Klappt der Aufstieg, lassen sich Spieler gerne zu einem Wechsel unter den Hohentwiel überreden. Je früher Planungssicherheit herrscht, desto leichter sind die Verhandlungen. In der Oberliga würden längere Fahrten anstehen, ein Mannschaftsbus gehört dort zum guten Ton der Etablierten; in der Verbandsliga macht sich das Team nicht selten in Kleinbussen und Privatautos auf den Weg zu Auswärtsspielen. „Das geht irgendwann nicht mehr“, weiß Vorstand Roland Grundler. Immerhin machen die Bosse des FC Singen etwas völlig atypisches für die Szene: Sie kommunizieren das Thema offensiv: „Ganz klar: Wir wollen hoch“, sagen sie unisono.

Hilfreich wären im Fall der Fälle zwei weitere Siege im Südbadischen Vereinspokal: Der FC Singen steht im Halbfinale, das im Februar ausgelost und im April ausgetragen wird. Gelingt gegen Linx, Denzlingen und Offenburg der Pokalsieg im Mai, stünde der Verein in der ersten Runde des DFB-Pokals. In diesem Jahr scheiterte Singen im Halbfinale am späteren Sieger Teningen. Der Landesligist bekam später Schalke zugelost, spielte im Freiburg vor vielen, vielen tausend Zuschauern und nahm geschätzte 250 000 Euro ein – damit könnte der FC Singen mal eben ein Jahr Oberliga und noch mehr stemmen.

Das Hohentwielstadion ist seit Jahren baufällig. Der Verein würde gerne das Spielfeld zur Haupttribüne hin verschieben und die Erdwelle drumherum nachrücken lassen. Geschätzte Kosten: bis zu 800 000 Euro. „Wir hoffen auf die Unterstützung der Stadt“, so Grundler. Der Sportentwicklungsplan der Stadt läuft derzeit noch. Eine Entscheidung, ob und in wie weit das Stadion umgebaut wird, fällt im Frühjahr.


Quelle:Südkurier


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